Beitragsanpassung in der PKV – the same procedure as every year?!
vom 11.11.2019

– Warum Beitragsanpassungen bevorstehen und das auch gut so ist. (Lesezeit: ca. 3-4 Minuten)


Beitragsanpassung in der PKV – the same procedure as every year?!
Das Jahr neigt sich langsam zum Ende. Halloween, das Fest der Geister, Monster und Vampire ist gerade vorbei und in den Wohnungen und Häusern wird es langsam warm und gemütlich. Doch während die ersten sich schon auf die bevorstehende Adventszeit freuen, erreichen den ein oder anderen privat Versicherten Nachrichten, die das Blut in den Adern sofort wieder gefrieren lassen: die Ankündigung der Beitragsanpassungen für das Jahr 2020. 60-80€ Mehrbeitrag sind keine Ausnahme – und das monatlich! Zugegeben, da kann einem schon mal etwas anders werden.

Wir besprechen, weshalb Beitragsanpassungen dennoch richtig und wichtig sind und warum Sie sich dadurch die Laune auf keinen Fall verderben lassen sollten.

Von Gruselszenarien und Schreckgespenstern

Na, welche Gedanken erscheinen in Ihrem Kopf, wenn Sie an die Beitragsanpassungen denken? „Ich will eine andere Krankenversicherung!“, „Wie soll das weitergehen?“, „War der Wechsel in die private Krankenversicherung doch ein Fehler?“, „Kann ich das langfristig überhaupt bezahlen?“ oder vielleicht auch die Frage „Geht das denn mit rechten Dingen zu?“.

Bevor Sie aus einer spontanen Angst heraus voreilige Schlüsse ziehen, hilft es in jedem Fall, sich mit den Hintergründen der – zugegebenermaßen regelmäßig erfolgenden – Beitragsanpassungen auseinander zu setzen.

Nichts Mystisches im Spiel

Vorab: die Beitragsanpassung ist ein Fakt. Zwar steigt der Beitrag nicht jedes Jahr, dennoch stetig. Aus den Beitragsentwicklungen der vergangenen Jahrzehnte lässt sich die durchschnittliche jährliche Beitragssteigerung auf etwa 5 % beziffern (bei einigen Versicherungen liegt sie jedoch sogar nur bei 3 %). Sie treffen uns weder willkürlich noch wirklich unerwartet. Doch warum gibt es sie überhaupt? Und wieso haben die meisten privat Versicherten das Gefühl, sie befänden sich gegenüber gesetzlich Versicherten in diesem Punkt im Nachteil?

Wie in fast allen weiteren Bereichen unseres Lebens steigen die Kosten auch in der medizinischen Versorgung. Dies liegt zum einen schlichtweg an der Geldwertentwicklung (Inflation), zum anderen am medizinischen Fortschritt und den damit verbundenen höheren Kosten sowie am steigenden Anteil der älteren Bevölkerung, welcher naturgemäß mehr und größere gesundheitliche Beschwerden hat und häufiger medizinische Versorgung in Anspruch nehmen muss. Die Kostensteigerungen sind eine Tatsache und die entsprechende Anpassung der Beitragseinnahmen somit eine Notwendigkeit.

Damit wird ziemlich schnell klar, dass auch die gesetzlich Versicherten von Beitragssteigerungen betroffen sein müssen. Denn mit den oben genannten Kostenfaktoren kämpft die gesetzliche Krankenkasse im gleichen Maße. Historisch betrachtet, finden wir hier seit 1970 sogar eine Kostensteigerung von durchschnittlich 6,05 % pro Jahr vor. Da diese jedoch geschickt verteilt werden auf höhere Beitragssätze, steigende Beitragsbemessungsgrenzen, steigende Höchstbeiträge und Kürzungen im Leistungsumfang, erscheinen uns die Beitragsanstiege weniger schmerzhaft.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen unser E-Book „Die sieben Krankenversicherungsmythen im Rentenalter“

The same procedure as every year? – nicht ganz!

Wann es zu einer Beitragssteigerung in der privaten Krankenversicherung kommt, entscheiden die Versicherungsgesellschaften nicht selbst. Im Gegenteil. Ein unabhängiger Treuhänder prüft Jahr für Jahr die Kostenentwicklung in der privaten Krankenversicherung. Erst, wenn dieser über alle Versicherten hinweg eine tatsächliche Kostensteigerung von mehr als 5 % (bei Tarifen vor 2013 von mindestens 10 %) feststellt, darf seitens der Versicherungsgesellschaften eine Beitragssteigerung vorgenommen werden. Willkür ist somit gänzlich ausgeschlossen.

Da sich Kostensteigerungen Jahr für Jahr ansammeln, bis die besagte Kostensteigerungshürde erreicht ist, fallen die Beitragssteigerungen zwar lediglich alle paar Jahre an, dann jedoch in entsprechender Höhe.

Die Prognosen für die zu erwartenden Beitragsanpassungen der einzelnen privaten Krankenversicherungen für das kommende Jahr finden Sie unter folgendem Link: https://www.kv-rechner2.de/bap-guide

Die bösen Geister entzaubern

Bevor Sie nun beim Anblick Ihrer nächsten Beitragsrechnung in einer Kurzschlussreaktion unüberlegte Entscheidungen treffen, sollten Sie sich unbedingt mit einem Experten beraten.

Am besten ist es, sich mit der Tatsache der Beitragssteigerung von ca. 4 % abzufinden. Wenn Sie Versicherter der privaten Krankenversicherung bleiben, werden Sie damit leben müssen. Erscheinen Ihnen die Kosten gar nicht mehr erträglich, kann sich manchmal ein Wechsel in einen alternativen Tarif innerhalb der Versicherungsgesellschaft anbieten.

Auch die Frage, ob der Wechsel in die private Krankenversicherung ganz generell ein Fehler gewesen sein könnte, sollten Sie keinesfalls von Beitragsanpassungen abhängig machen. Wie die vorangegangenen Darlegungen gezeigt haben, sind diese kein ausschließliches Problem der privaten Krankenversicherung. Vielmehr sollten Sie prüfen, ob die Leistungsversprechen Ihrer Krankenversicherung, Ihre Situation im Rentenalter, Ihre Familiensituation und auch Ihre Mentalität zur Wahl der privaten Krankenversicherung passen. Haben Sie diese Punkte mit „ja“ beantwortet, können Sie unbesorgt sein, die richtige Wahl für sich getroffen zu haben.

Ob die Kostensteigerungen für Sie auch langfristig bezahlbar bleiben und was Sie vielleicht heute schon tun können, um der Beitragsproblematik im Rentenalter vorzubeugen, können Sie ebenfalls im E-Book „Die sieben Krankenversicherungsmythen im Rentenalter“ nachlesen.

Fazit

Die Beitragsanpassungen 2020 stehen bevor – und das ist auch gut so. Ohne geht es nicht. Wer das einmal erkannt hat, lebt leichter. Wenn Sie dennoch die Geister des Zweifels und der ungeklärten Fragen heimsuchen, stehen wir Ihnen als kompetente Monsterbekämpfer gerne zur Seite. Vereinbaren Sie einfach einen kostenlosen Beratungstermin und wir sorgen gemeinsam dafür, dass Sie die Gespenster vergessen sind, bevor der Weihnachtsmann vor der Tür steht. 😉

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Meine VITA: „Robert Peukert ist seit nunmehr 16 Jahren selbstständiger Versicherungs- und Finanzberater und Geschäftsführer der Lieblingsmakler GmbH & Co. KG. Neben dem Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK) ist er qualifizierter Experte für Private Krankenversicherung, betriebliche Altersvorsorge und Baufinanzierung. Mit seinem Unternehmen zählt er u.a. zu den TOP 10 Versicherungsmaklern in Deutschland 2016 und wurde 2018 vom Handelsblatt zu einem der besten freien Berater für Geldanlagen gekürt.“

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