Private Altersvorsorge erhält mehr an Wichtigkeit, je älter man wird. Das ist nichts Ungewöhnliches. Berufsanfänger möchten erst einmal leben, sich Wünsche erfüllen
vom 07.09.2022 |

Private Altersvorsorge und Verunsicherung

Wie Du Gewissheit findest und korrekt vorgehst

Private Altersvorsorge erhält mehr an Wichtigkeit, je älter man wird. Das ist nichts Ungewöhnliches. Berufsanfänger möchten erst einmal leben, sich Wünsche erfüllen, sich auf der Welt umsehen und so weiter. Wer hat da die Rente auf dem Schirm? Schließlich hat das Thema noch viel Zeit. Hat es das tatsächlich?

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Die staatliche Altersversorgung ist ein Umlagesystem. Die Arbeitnehmer und Unternehmer zahlen Beiträge in die Rente ein, die Rentenempfänger empfangen dieses Geld sofort als Altersrente ausgezahlt. Dieses Umlagesystem hat gegenüber eines kapitalgedeckten Rentensystems den Vorteil, dass keine Marktrisiken existieren, denn es bedingt keine Vermögensverwaltung. Was reinkommt, wird direkt an die Rentner verteilt. Allerdings ergibt sich dadurch auch ein Nachteil. Denn sobald sich die Bevölkerungsstruktur verändert, gerät die Finanzierung der Renten in Gefahr. In einigen Nationen zahlt jeder Berufstätige in die staatliche Rente ein. Hier ist es bedeutungslos, welcher Beruf ausgeübt wird. In Deutschland müssen nur sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer in die staatliche Rente einzahlen. Unternehmer können wahlweise einzahlen und Angehörige der freien Berufe wie z.B. Rechtsanwälte, Steuerberater, Ärzte usw. zahlen in eigene Versorgungswerke, Beamte bekommen eine Pension von Vater Staat, finanziert aus Steuergeldern der Allgemeinheit. Die demografische Entwicklung in der Bundesrepublik ist für das Umlagesystem seit vielen Jahren kontraproduktiv, da fortwährend weniger Berufstätige fortwährend eine größere Anzahl Rentenempfänger bestreiten müssen. Eine indessen kaum überschaubare Zahl von Reformen der gesetzlichen Alterssicherung mündete in einer kontinuierlichen Senkung des Rentenniveaus. Stattdessen sollen die betriebliche Altersvorsorge und die private Zusatzvorsorge die drohenden Versorgungslücken schließen.

Allgemeines Diktat für Vorsorgelösungen für die Private Altersvorsorge

Während von staatlicher Seite wiederholend am Rentenniveau herumgedoktert wird, muss man sich als Berater oder Vermittler einer eindeutigen Richtlinie für Produktlösungen unterwerfen. Altersvorsorgelösungen für die Private Altersvorsorge müssen sicher sein.

In der Judikative wird also eindeutig bestimmt, welche Altersvorsorgelösungen als Zusatzvorsorgeprodukte für die Private Altersvorsorge akzeptiert werden und welche nicht. Unglücklicherweise sind diese Lösungen in aller Regel Geldwerte, denn in der Rechtsprechung gelten Geldwerte als sicher.

Ist langfristige Vorsorge mit Geldwerten vorteilhaft?

Die Schwierigkeit der Geldwerte ist die schleichende Inflation. Sie macht es so gut wie unmöglich, hinreichend vorzusorgen. Unser Geist ist unabhängig davon kaum dazu fähig, sich die Auswirkungen der Geldentwertung vorzustellen.

Wenn wir ein Ansparprodukt für die Private Altersvorsorge unterschreiben, betrachten wir nur die Sparrate und das zukünftige Ergebnis. Und da kommt das eigentliche Problem hervor, denn diese Angaben werden ohne Ausnahme mit dem momentanen Verständnis von Löhnen und Preisen in Relation gebracht. Wir sind nicht in der Lage, die Zahlen in die Zukunft zu übertragen, auf welche Weise sich die schleichende Inflation über lange Zeitspannen auswirkt.

Ein einfaches Beispiel kann das aufzeigen. Angenommen, man will die Kaufkraft von gegenwärtigen 1.500,00 Euro in 35 Jahren über eine Private Altersvorsorge ansparen. Die schleichende Inflation läge im Durchschnitt bei 3 Prozent pro Jahr. Dann bräuchte man in 35 Jahren 4.220,79 Euro, um die gleiche Kaufkraft heutiger 1.500,00 Euro zur Verfügung zu haben.

Nehmen wir weiter an, es gäbe eine gleichbleibende Verzinsung von 5 Prozent jährlich und dass diese 4.220,79 Euro später als Zinsentnahme monatlich zur Verfügung stehen sollen. In diesem Fall wäre ein Kapital nach abgeführter Steuer von ca. 1.266.237,00 Euro erforderlich. Und um dieses Kapital mit 5 Prozent Verzinsung aufzubauen, wäre eine Ansparrate von 1.137,48 Euro über 35 Jahre nötig.

Du siehst möglicherweise, dass dieses 5 Prozent-Beispiel über 35 Jahre mit den traditionellen Ansparlösungen von Banken und Versicherungen für die Private Altersvorsorge ausgesprochen utopisch anmutet. Geldentwertung und Zinssätze sind zu keiner Zeit gleichbleibend, sondern schwanken. Das macht so eine Berechnung so gut wie nicht machbar. Und ein Ansparbeitrag von 1.137,48 Euro monatlich ist ein ziemlich stattlicher Batzen Geld, der auf lange Sicht jeden Monat aufgebracht werden muss. Wer schafft so etwas? Nüchtern betrachtet ist es mit Geldwerten nicht realisierbar, eine ausreichende Private Altersvorsorge aufzubauen.

Angenehmer wird diese Vorausschau erst, wenn man den Zinssatz erhöht. Jedoch hierfür wird es auch unrealistischer, denn mit traditionellen Geldwerten sind sogar die 5 Prozent auf lange Sicht kaum erzielbar. Nichtsdestotrotz möchten wir das Beispiel mal mit 7 Prozent Verzinsung durchgehen.

Wir möchten nochmals die Kaufkraft von heutigen 1.500,00 Euro in 35 Jahren als Zusatzvorsorge ansparen. Die schleichende Inflation läge im Mittelwert wieder bei 3 Prozent pro Jahr.

Mit einem Zinssatz von 7 Prozent jährlich wäre ein Kapital nach Steuer von ca. 904.455,00 Euro erforderlich. Und um dieses Vermögen mit 7 Prozent Verzinsung anzusparen, wäre dann ein monatlicher Sparbetrag von 525,32 Euro über 35 Jahre erforderlich.

Erschwinglich wird es allerdings erst bei noch höheren Zinsen, die wie erwartet noch weniger realistisch sind. Trotzdem werden wir zum Ende eine Rechnung mit 9 Prozent Verzinsung abliefern.

Alle Angaben bleiben identisch. Mittels einer Verzinsung von 9 Prozent jährlich wäre zur Umsetzung des Versorgungsziels ein Vermögen nach Steuer von ca. 703.465,00 Euro notwendig. Für den Aufbau dieses Kapitals und 9 Prozent Verzinsung wäre ein Ansparbeitrag von 408,59 Euro über 35 Jahre notwendig.

Beachte: Je länger der Rentenbeginn in der Zukunft ist, umso herausfordernder wird die Kalkulation. Viele Variablen sind nämlich wahrhaftig Variablen, denn sie verändern sich mit der Zeit. Gleichzeitig ist aber der Zeitfaktor maßgeblich. Je eher man anfängt, desto kleiner ist der Ansparaufwand, um eine ausreichende Summe aufzubauen. Man muss sich nur abseitig der traditionellen Ansparmöglichkeiten umschauen, damit es funktioniert.

Wirkliche Private Altersvorsorge ist allein mit Sachwerten möglich

Sobald es um langfristiges Ansparen geht, sollte zwingend der Faktor Geldentwertung aus der Rechnung eliminiert werden. Deshalb muss hier das Geldsystem verlassen werden. Sachwerte sind inflationsresistent. Also sollte langfristiges Ansparen alleinig mit Sachwerten wie etwa Aktien, Immobilien oder Edelmetallen erfolgen.

Der einzige Nachteil ist, dass man am Beginn nicht weiß, wieviel Vermögen zum Ende im Topf ist. Doch das ist nur eine Gewöhnungssache. Mit der Zeit nimmt man wahr, wie sich das Guthaben entwickelt und realisiert, dass im Endeffekt wesentlich mehr zur Verfügung stehen wird.

Faire Durchschnittskaufspreise

Wenn eine Ware kostengünstig ist, sollte man mehr ankaufen, wenn sie kostenintensiv ist, weniger. Dieser Grundsatz ist kinderleicht und dennoch wird es nur von wenigen Menschen ausgeführt. Beim monatlichen Investieren in Sachwerte mit einem gleichbleibenden Betrag kauft man automatisch wie ein Profi.

Der Preis von Sachwerten variiert. Sobald beispielsweise die Fondsanteile oder Edelmetalle einen geringen Preis haben, kauft man bei einem wiederkehrenden, gleichbleibenden Ansparbetrag mehr davon und andersherum. Dieses Prinzip, über viele Jahre umgesetzt, hinterlässt einen stattlichen positiven Effekt auf das Vermögen. Es bringt richtig was!

Zu mir als Autor

Robert Peukert

Seit 2002 bin ich selbstständiger Versicherungs- und Finanzberater und Geschäftsführer der Lieblingsmakler GmbH & Co. KG. Neben dem Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK) bin ich  qualifizierter Experte für Private Krankenversicherung, betriebliche Altersvorsorge und Baufinanzierung.
Mit meinem Unternehmen zähle ich  u.a. zu den TOP 10 Versicherungsmaklern in Deutschland 2016 und wurde 2018 vom Handelsblatt zu einem der besten freien Berater für Geldanlagen gekürt.

Mehr auch unter robert-peukert.de.
Im Blog weiterlesen

Fazit: Verfahrensweise für eine Private Altersvorsorge

Es mutet fast wie eine Absprache der Gesetzgeber mit den Anbietern an, dass Altersvorsorgeprodukte vorwiegend Geldwerte sind. Sofern Du es aber nicht Altersvorsorge nennst, sondern Kapitalanlage oder Vermögensaufbau, bist Du begrifflich gut eingeordnet und sorgst trotzdem richtig vor. Wir LIEBLINGSMAKLER fördern Dich gern mit einem individuellen Konzept in unserer Traumzeitplanung.

LIEBLINGSMAKLER-Tipp

Mit Hilfe unseres Mentoringprogramms helfe ich Dir gern zu mehr Erfolg beim Investment. Nimm gern Kontakt zu mir auf!

Zu mir als Autor

Robert Peukert

Seit 2002 bin ich selbstständiger Versicherungs- und Finanzberater und Geschäftsführer der Lieblingsmakler GmbH & Co. KG. Neben dem Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK) bin ich  qualifizierter Experte für Private Krankenversicherung, betriebliche Altersvorsorge und Baufinanzierung.
Mit meinem Unternehmen zähle ich  u.a. zu den TOP 10 Versicherungsmaklern in Deutschland 2016 und wurde 2018 vom Handelsblatt zu einem der besten freien Berater für Geldanlagen gekürt.

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