Verlass Dich nicht auf Aktienkursprognosen
vom 09.09.2021 |

Aktienkursprognosen - Warum diese nicht verlässlich sind

Aktienkursprognosen sind sehr beliebt. Auf der Videoplattform „Youtube“ gibt es beispielsweise sehr viele Experten, die regelmäßig wissen wollen, wie sich Kurse von bestimmten Aktien entwickeln. Man kann für Geld Reports abonnieren, in denen aktuelle Markteinschätzungen zum Besten gegeben werden. Damit wird ein langfristig ausgerichteter Markt zu einem kurzfristigen Glückspiel degradiert. Und ein Glückspiel kann funktionieren oder in die Hose gehen.

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Die berühmteste Regel für den Umgang mit Aktien stammt von Börsenlegende André Kostolany. In seinem Leben konnte er auf 80 Jahre Börsenerfahrung zurückgreifen und sein Statement war eindeutig und hat nichts an Aktualität verloren: „Aktien kaufen und dann sehr lange schlafen“. Kostolany hielt nie etwas von Kaufempfehlungen für bestimmte Aktien. Auch wenn man ihn in Interviews oder Talkshows um einen Tipp bat, wehrte er sich entscheiden dagegen, Aktienkursprognosen abzugeben und blieb seiner Philosophie treu.

Warum entschied sich Kostolany dafür, keine Tipps zu geben? Was wusste er? Er hatte in seinem leben gelernt, dass man die Entwicklung von Einzelaktien nicht zuverlässig voraussagen kann. Man kann Vermutungen anstellen, die auf einer bestimmten Datenlage beruhen. Doch die Börse ist ein so dynamischer Schauplatz, dass kleine Ursachen große Wirkungen nach sich ziehen können.

Der Aktienmarkt ist heute auch ein anderer geworden. Der Handel wird dominiert vom Hochfrequenzhandel automatischer Handelssysteme. Diese Maschinen entscheiden in Bruchteilen von Sekunden über den Kauf oder Verkauf von Papieren und bewegen innerhalb kurzer Zeit gewaltige Summen in bestimmte Papiere und wieder aus ihnen heraus. Ein Mensch kann da natürlich nicht mithalten. Aber das muss er auch nicht. Kostolanys Regel hat auch heute noch Bestand. Und seine Empfehlung lässt nur einen Schluss zu: Die Börse kann man nicht prognostizieren.

Das Warten auf den richtigen Zeitpunkt, das Zögern, die Angst, Panik – das sind die größten Feinde der Anleger*innen. Das schlechteste Geld, ist das nicht investiere. Wer langfristig denkt, muss sich keine Sorgen um das richtige Timing machen.

Renditekiller Nummer 1: Kosten und Fehlentscheidungen

In der öffentlichen Wahrnehmung sind typische Aktienanleger*innen diejenigen, die den ganzen Tag vor Charts verbringen und ständig irgendwelche Orders aufgeben. Dieses Bild des hektischen Alltags ist in der öffentlichen Wahrnehmung und in der medialen Darstellung viel aufregender als der Investor, der kauft und dann lange schläft.

Letzteren sieht man in Hollywood-Produktionen niemals. Spekulation und das Folgen von Aktienkursprognosen aus den Medien sei der Weg zum Anlagererfolg. Tatsächlich ist das aber häufig ein Weg in den Abgrund. Kostolany gehörte wahrscheinlich nicht zu diesem Typ. Er wurde an der Börse reich. Sein Vermögen wurde zu seinem Tod im Jahr 1999 auf rund 40 Mio. DM geschätzt.

Wer als erstes die Börsennachrichten in den Medien verfolgt, kann sichergehen, dass der Zug längst abgefahren ist. Nachrichten in den Medien kommen stets zu spät. Eventuelle Einflüsse auf irgendwelche Aktien sind bei Veröffentlichung längst eingepreist. Wer also die Zeitung wegen der Börsennachrichten abonniert hat, sollte dieses Geld lieber anlegen. Medien brauchen Beiträge, um die Sendezeit auszufüllen und geben sehr gern Aktienkursprognosen ab. Sie machen einen wichtigen Eindruck, liefern aber nur kalten Kaffee. Sie wollen nicht informieren, sondern suchen Werbepartner.

Ständiges Kaufen und Verkaufen ist Spekulation. Das dadurch entstehende Transaktionsaufkommen produziert Kosten und die gehen zu Lasten der Rendite. Je höher die Handelsfrequenz, desto stärker ist der Druck, ausreichend Rendite zum Ausgleich der Kosten zu erwirtschaften. Früher oder Später werden dann oft sehr teure Fehler gemacht.

Aktienkursprognosen zweifelhaft - Die meisten können den Markt nicht schlagen

Auf dem Markt gibt es tausende Aktienfonds. Die Anzahl der weltweit aktiven, börsennotierten Unternehmen ist begrenzt. Damit ist auch das Aktienvolumen begrenzt. Das bedeutet, dass die Fonds je nach Ausrichtung ihrer Anlageziele sich allesamt den gleichen Aktien bedienen müssen. Wenn Fondsmanager in der Lage wären, den Markt vorherzusagen, würden diese Fondsmanager mit ihren Fonds allzeit auf Bestenlisten zu finden sein. Das belegt, dass selbst diese Personen keine präzisen Aktienkursprognosen abgeben können.

Doch nur ein geringer Anteil der Fondsmanager schaffte es in der Vergangenheit, ihre Benchmark zu übertreffen. Die Bestenlisten wechseln ebenfalls. Diese Top-Manager sind selten für längere Zeit in den Bestenlisten. Viele Fondsmanager schaffen es kaum, über Jahrzehnte konstante Ergebnisse abzuliefern. Oder einfach gesagt, wer heute auf Platz 1 in den Fondscharts zu finden ist, wird dort kaum über längere Zeit verweilen können.

In jedem Fondsprospekt ist zu lesen, dass Ergebnisse der Vergangenheit nicht aussagefähig für die Zukunft sind. Trotzdem werden jeden Tag Fonds genau auf diese Weise an den Mann/die Frau gebracht. Es werden Erfolge der Vergangenheit als Verkaufsargument eingesetzt.

Wer die Indizes schlagen möchte, benötigt eine beachtliche Portion Glück. Und Glück ist im Aktienmarkt kein zuverlässiger Begleiter. Die Chancen für Sieg oder Niederlage sind absolut ausgeglichen.

Am Ende des Tages wird deutlich, dass Aktienkursprogosen nicht viel wert sind. Ob diese eintreten oder nicht, wissen die Prognostizierenden meist selbst nicht. Es ist bestenfalls eine Hoffnung mit auf eine bestimmte Wahrscheinlichkeit – die Chance einer Möglichkeit. Und das ist leider nicht verlässlich genug. Der Markt lässt sich nicht kontrollieren, geschweige prognostizieren.

Suche nicht die eine Aktie, kaufe den Markt und achte auf die Kosten

Wer nur eine Aktie kauft, bekommt das Risiko frei Haus dazu. Das Zauberwort heißt Diversifikation. Kaufe viele Aktien, nach Möglichkeit alle des gesamten Marktes. Diese simple Erkenntnis entstammt Nobelpreisträgern und Wirtschaftswissenschaftlern. Die Lösung ist ein breit diversifiziertes, kostengünstiges Portfolio in alle Aktien weltweit.

Gerade die Kosten sind einer der größten Renditekiller. Je höher die Kosten sind, desto schwieriger ist der Ausgleich durch die Erträge. Ein großer Faktor sind Transaktionskosten. Die bekommt man mit einem passiven Value Portfolio in den Griff, in dem Papiere gekauft und gehalten werden.

Wer sich als loyaler Deutscher auf Deutsche Aktien konzentriert, ignoriert 98 Prozent des weltweiten Aktienmarktes. Das Spektrum für Streuung ist endlos. Aktie ist nicht gleich Aktie. Es gibt entwickelte Märkte, Schwellenmärkte und Frontiermärkte. Unter den Aktien finden sich die Aktien großer (Large-Caps), mittlerer (Mid-Caps) und kleiner Unternehmen (Small-Caps).

Die Wertsteigerungschancen sind unterschiedlich. Während kleinere und mittlere Unternehmen strukturbedingt höhere Wertsteigerungschancen bieten, sind größere Unternehmen bereits etabliert und wachsen langsamer. Wer keine Chancen verpassen möchte, sollte also in eine Mischung aller Aktien und aller Märkte investieren. Hier bieten sich exchange-traded funds (ETFs) an, die entsprechende globale Indizes abbilden können.

Angsthasen kaufen lieber keine Aktien

Der größte Erfolgs-Vernichter ist der menschliche Faktor. Menschen haben Emotionen. Sie fühlen Begeisterung, Euphorie und Zuversicht, wenn die Märkte steigen, kippen jedoch schnell in Unbehagen, Furcht und Panik, wenn es abwärts geht.

Solange es eine Wirtschaft gibt, die Gewinne machen will, wird jeder Kursverfall auch wieder ausgeglichen. Dazu benötigt man eine große Portion Gelassenheit, diese Phasen zu durchleben.

Die Erfahrung zeigt, dass unerfahrene Anleger im Aktienmarkt Trends folgen. Steigen die Kurse, flammt der Optimismus auf, der wenig später von der Gier abgelöst wird. Steigen die Aktien immer weiter, kommt die Euphorie auf und viele gehen mit allem, was sie haben in die Aktien. Manche verschulden sich sogar in der Hoffnung, mit dem verdienten Geld aus den Aktien den Kredit zurückzahlen zu können.

Fangen dann die Kurse an zu fallen, kippt die Stimmung sehr schnell. Entscheidungen werden infrage gestellt, die Nervosität steigt. Wenn die Kurse weiter fallen, kommen Angst, Panik und oft der Ausstieg. Man will retten, was noch zu retten ist und nimmt dann auch Verluste in Kauf.

Dieses Verhalten wird oft durch die Medien sogar unterstützt. Sie bedienen Hype und Krisenängste – und sie wissen hinterher natürlich immer alles besser. Die Medien hinken permanent hinterher und sind damit keine guten Empfehlungsgeber. Ihre Aktienkursprognosen sind oft rückwärtsgewandt und wenig hilfreich.

Timing ist nicht relevant

Die Wirtschaft verläuft in Zyklen. Diesen Zyklen muss man sich bewusst sein. Dann kann man mit Marktschwankungen auch viel besser umgehen. Daraus erwächst die Zuversicht, dass der Markt auf lange Sicht schon alles regelt.

Wer kann denn wissen, welches die Überflieger unter den Aktien sein werden und vor allem, wann ein Überflug startet. Wer solche Aktienkursprognosen abgibt, betritt sehr dünnes Eis. Wer alle Aktien besitzt, nimmt alles mit, wie im Ab- so auch im Aufschwung. Und die besseren Aktien gleichen die schwächeren Aktien aus. Der Markt gibt die Regeln vor, nicht die Kurshellseher mit ihren Aktienkursprognosen.

Zu mir als Autor

Robert Peukert

Seit 2002 bin ich selbstständiger Versicherungs- und Finanzberater und Geschäftsführer der Lieblingsmakler GmbH & Co. KG. Neben dem Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK) bin ich  qualifizierter Experte für Private Krankenversicherung, betriebliche Altersvorsorge und Baufinanzierung.
Mit meinem Unternehmen zähle ich  u.a.
zu den TOP 10 Versicerungsmaklern in Deutschland 2016 und wurde 2018 vom Handelsblatt zu einem der besten freien Berater für Geldanlagen gekürt.

Im Blog weiterlesen

Fazit: Finger weg vom Investment

Aktives Eingreifen schlägt, den Markt nur im Glücksfall. Meist geht es daneben und man verpasst unter Umständen sehr erfolgreiche Börsentage. Wann solche tage eintreten, weiß niemand. Außerdem kosten Ein- und Ausstieg Gebühren. Neben der Gefahr des falschen Zeitpunktes ist es also nur teuer.

Kostolany behält Recht. Die Börse ist ein sehr dynamischer Platz. Es gilt der Grundsatz Investition vor Spekulation. Das größte Risiko ist der menschliche Faktor. Nur Du selbst kannst verhindern, dass Du mit Aktien Geld verdienst.

LIEBLINGSMAKLER-Tipp

Mit Hilfe unseres Mentoringprogramms helfe ich Dir gern zu mehr Erfolg beim Investment. Nimm gern Kontakt zu mir auf!

Zu mir als Autor

Robert Peukert

Seit 2002 bin ich selbstständiger Versicherungs- und Finanzberater und Geschäftsführer der Lieblingsmakler GmbH & Co. KG. Neben dem Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK) bin ich  qualifizierter Experte für Private Krankenversicherung, betriebliche Altersvorsorge und Baufinanzierung.
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zu den TOP 10 Versicerungsmaklern in Deutschland 2016 und wurde 2018 vom Handelsblatt zu einem der besten freien Berater für Geldanlagen gekürt.

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